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Lehrgangsrückblick: Sichern & Selbstsichern

Das Ausbildungsangebot der Friesacker Amtsfeuerwehr wurde kürzlich ausgebaut und in diesem Jahr zum ersten Mal der Lehrgang „Sichern und Selbstsichern“ angeboten. Sein Ziel ist es, Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen gesichert durchzuführen und einfache Rettungen aus Höhen und Tiefen bis 30 Meter umzusetzen.


Die Gerätesätze „Absturzsicherung“ und „Auf-und Abseilgerät“ wurden im letzten Jahr beschafft. Ihr Einsatz ist allerdings ausgebildeten Kameraden vorbehalten, die neben Schwindelfreiheit auch die Gelassenheit im Umgang mit Seilen, Bandschlingen und Karabinern mitbringen sollten.

 

Noch ganz am Anfang, verfügten bisher lediglich drei Kameraden über das Fachwissen, das Gerät entsprechend einzusetzen. Am vergangenen Wochenende konnte mit der erfolgreichen Ausbildung von neun weiteren Kameraden endlich ein wichtiger Schritt getan werden, um personell für Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen aufzurüsten.

 

Die Ausbildung wurde von zwei der drei bereits ausgebildeten Kräfte, die alle einen Multiplikatorenlehrgang besucht hatten, durchgeführt.


An insgesamt drei Tagen über drei Wochenenden verteilt wurde das vermittelte theoretische Wissen in vielen praktischen Übungen angewendet. Es ging in die Höhe und in die Tiefe und es wurde über Gefahren und Risiken aufgeklärt.

Die allseits berüchtigten Feuerwehrknoten, ohne die hier nichts geht, verloren nach und nach ihren Schrecken und die Kameraden wuchsen sprichwörtlich über sich selbst hinaus, als sie die Herausforderung der Höhe annahmen.

 

Es ging jedoch nicht nur darum, selber in luftigere Höhen zu gelangen, sondern auch darum Menschen aus Zwangslagen von Baugerüsten und Dächern, aus Gräben, Schächten oder Silos zu befreien und gesichert zurück zu holen.


Auch wenn das Herz schneller schlägt, wenn man nur mit den Stiefelspitzen auf einem schmalen Absatz steht, sich mit einer Hand hält und mit der Anderen die nächste Zwischensicherung setzt, bewältigten die Lehrgangsteilnehmer erst am Prüfungstag ihren höchsten Stresspegel.

 

Es war das Erlernte in einer theoretischen und praktischen Prüfung unter Beweis zu stellen.

 

Die neun Teilnehmer absolvierten die 20 Fragen im Theorieteil und ein praktisches Prüfungsszenario in Anschluss jedoch mit Erfolg. Als Ergebnis dürfen die Retter nun zukünftig in absturzgefährdeten Lagen mit Höhenunterschieden von bis zu 30 Metern agieren. Das umfasst ein breites Aufgabengebiet und bedeutet ein großes Plus an Sicherheit im Einsatzalltag.


2019 wird der nächste Lehrgang stattfinden, um weitere Feuerwehrkameraden zu befähigen die Gerätesätze einzusetzen und unsere Arbeit am Abgrund generell sicherer zu machen.

Die „Neuen“ aus 2018 werden dann parallel dazu Ihr Wissen festigen und Ihre Erfahrungen ausbauen, sodass das Wissen rund um die einfache Rettung aus Höhen und Tiefen seine Bahnen zieht.


Die Höhenrettung als Steigerung des ganzen gibt es auch noch, doch die käme im Bedarfsfall aus Berlin beziehungsweise Potsdam Mittelmark.

Das dauert dann ohne weiteres über eine Stunde wie vor wenigen Jahren in Falkensee bei einem Arbeitsunfall auf einem Baugerüst erfahren werden musste. Die spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen zeichnet sich dann unter anderen durch frei im Seil hängende Arbeiten aus, eine Tätigkeit, die bei uns im Normalfall nicht vorkommt.

 

Sven Duschka

 

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